Flanschmontage: Wenn Standard in der Praxis nicht reicht
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Wie lässt sich Montagekompetenz bei Flanschverbindungen in der Praxis verlässlich überprüfen – und was können Betreiber voneinander lernen?
Für die Qualifikation von Flanschmonteuren gibt es klare Anforderungen. Sie schaffen eine wichtige Grundlage für sichere Flanschverbindungen. Doch diese Anforderungen im betrieblichen Alltag umzusetzen und praktische Kompetenz verlässlich zu überprüfen, ist eine eigene Aufgabe – besonders bei Turnarounds mit vielen Beteiligten, hohem Zeitdruck und anspruchsvollen Qualitätsanforderungen.
In dieser Folge des IDT-Podcasts spricht Simone Wilson, CEO bei IDT, mit Christian Knollmann, Maintenance Leader bei Braskem, und Daniel Wauben, Geschäftsführer von ChemCologne, darüber, wie Unternehmen genau an dieser Stelle voneinander lernen können.
Ausgangspunkt ist der ChemCologne-Arbeitskreis „Flanschverbindungen“. Dort zeigte sich: Viele Betreiber beschäftigen sich mit sehr ähnlichen Fragen rund um Qualitätssicherung und Montagekompetenz. Statt diese Herausforderungen jeweils allein zu lösen, wurden Erfahrungen zusammengeführt und gemeinsame Ansätze für die theoretische und praktische Überprüfung vorhandener Qualifikation entwickelt.
Im Fokus der Folge:
- Was braucht es über den formalen Qualifikationsnachweis hinaus?
- Wie lässt sich praktische Montagekompetenz verlässlich überprüfen und dokumentieren?
- Wie können gemeinsame Anforderungen das Onboarding und die Qualitätssicherung bei Turnarounds verbessern?
- Was können Betreiber voneinander lernen, wenn sie ihre Erfahrungen über Unternehmensgrenzen hinweg teilen?
- Und wo lässt sich dieser Ansatz auf weitere Themen der Prozessindustrie übertragen?
Denn gerade bei sicherheitskritischen Themen lohnt sich der Blick über das eigene Unternehmen hinaus. Christian Knollmann bringt es im Gespräch auf den Punkt: Sicherheit macht nicht an Unternehmensgrenzen halt.
Reinhören, Erfahrungen teilen, Flanschmontage weiterdenken.
Simone Wilson
Flanschverbindungen gehören zu den sicherheitskritischen Verbindungselementen einer Industrieanlage. Bei Turnarounds müssen innerhalb weniger Wochen tausende Verbindungen geöffnet, geprüft und wieder montiert werden, während viele Beteiligte unter hohem Zeitdruck nach denselben Qualitätsmaßstäben arbeiten müssen. In Deutschland bestätigt ein Zertifikat grundlegende Montagekenntnisse. Doch reicht das aus oder braucht es gemeinsame Standards für die Praxis, die mehr leisten als den Nachweis grundlegender Kenntnisse. Was auf den ersten Blick wie ein Spezialthema der Instandhaltung wirkt, steht exemplarisch für Herausforderungen, die die gesamte Prozessindustrie beschäftigen: Fachkräftesicherung, einheitliche Qualitätsstandards und die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg. Wie das gelingen kann, darüber sprechen wir heute im IDT Podcast, der neue Perspektiven und frische Impulse für die Industrie und Dichtungstechnik liefert. Bei mir im Studio Studio ist Christian Knollmann, Maintenance Leader bei Braskem, einem weltweit führenden Hersteller von thermoplastischen Kunststoffen und Petrochemikalien. Am deutschen Standort in Wesselingen befinden sich Teile der europäischen Produktion sowie das European Technology Center. Herzlich willkommen, Herr Knollmann.
Christian Knollmann
Vielen Dank für die Einladung.
Simone Wilson
Außerdem begrüße ich Daniel Bauben, Geschäftsführer von ChemCologne. ChemCologne ist ein Branchennetzwerk, das Unternehmen, Forschung öffentliche Stellen und weitere Partner im Rheinland verbindet und die Zusammenarbeit bei Zukunftsthemen fördert. Hallo Herr Worben.
Daniel Wauben
Hallo und vielen Dank, dass wir hier sein dürfen.
Simone Wilson
Ja, schön, dass Sie da sind. Mein Name ist Simone Wilson, ich bin C.E.O. des Dichtungsspezialisten IDT und freue mich, durch das heutige Gespräch führen zu dürfen. Ja, normalerweise fängt das bei mir immer so ein bisschen soft an, aber weil ich glaube, dass das Thema heute auch sehr, sehr viel hergibt, würde ich einfach mal direkt einspringen. Und Herr Knollmann, da Sie die Praxiserfahrung mitbringen, einfach mal fragen, wie ist das denn bei großen Stillstandsprojekten? Wo liegen aus Ihrer Sicht die zentralen Herausforderungen?
Christian Knollmann
Aus meiner Sicht jeder Stillstand, also egal wie gut die Planung im Vorfeld ist, aber jeder Stillstand birgt immer Unvorhergesehenes und hält immer Überraschungen bereit. Und am Ende des Tages ist es auch das, was den Stillstand auszeichnet und auch jeden Stillstand von dem anderen unterscheidet und auch für alle Akteure eigentlich interessant macht.
Simone Wilson
Wenn Sie jetzt noch mal auf so ein Projekt schauen und man kann ja schon sagen, dass es 'n Projekt ist, weil es ist ja dann nicht Business as usual, für diejenigen, die vielleicht nicht so tief in der Materie sind, was kommt da so alles zusammen? Also ich weiß, gerade Montageteams, die sind ja dann zum Teil auch riesig, aber was für andere Faktoren sind da noch wesentlich?
Christian Knollmann
Die Dimension ist es letztlich. Also, wenn man sich das überlegt, chemische Industrie ist eigentlich davon geprägt, dass man im Standard-Tagesablauf eigentlich nicht so viel Personal braucht, weil die Anlagen hochautomatisiert sind. Auch in der Regel im vollkontinuierlichen Prozess arbeiten, ist so ein Stillstand dahingehend auch herausfordernd, weil plötzlich, ich sag mal, Faktor 5, Faktor 10 zusätzliches. Personal in der Anlage ist und man wirklich die gesamte Anlage einmal auf links dreht, also quasi auseinandernimmt und hinterher wieder zusammenbaut. Viele verschiedene Gewerke sind involviert und das Ganze ist einfach, weil es, ich sag mal, im Schnitt alle 5 bis 7 Jahre, das ist in der letzten Zeit so 'n bisschen flexibler geworden, auch ein nicht alltägliches seltenes Ereignis.
Simone Wilson
Mhm, Aber ich könnte mir vorstellen, mit Vorbereitung und Nachbereitung sind dann vielleicht auch 5 bis 7 Jahre gar nicht mehr so 'n langer Zeitraum dazwischen. Also, wie lang ist da so 'ne Nachwirkung und wie lang muss man das vorbereiten?
Christian Knollmann
Ja, Nachwirkung in jedem Fall, so mindestens 'n Jahr, ne? Also man hat da klassisch am Ende noch mal die Punchliste von Themen, die dann im Stillstand aufgefallen sind, aber nicht so dringend waren, dass sie im Stillstand erledigt werden mussten, sondern im Nachgang erledigt werden. Für uns beginnt zum Beispiel eine Planung eines Stillstandes immer mindestens 2 Jahre im Voraus?
Simone Wilson
Ja, also das heißt dann so 5 bis 7 Jahre ist dann gar nicht mehr so ein langer Zeitraum. Ich hatte es jetzt eingangs angedeutet, Flanschverbindungen gehören zu den sicherheitskritischen Verbindungselementen einer Anlage, werden vielleicht nicht immer so beachtet von ihnen schon in der Instandhaltung, aber in der Praxis zeigt sich auch immer wieder, dass es bei Montage zu Fehlern kommt. Woran liegt das genau?
Christian Knollmann
Also, die Fehler, die man beobachtet und sehen kann, das sind zum einen Fehler, die, ich sag mal, sichtbar sind. Am Ende des Tages wird 'ne Flanschkontrolle durchgeführt, ne? Dann gibt es klassische Fehler: nicht zentrierte Dichtung, fehlende Schmierung, falsches Material, ob ob jetzt Bolzen oder ob Dichtung. Das sieht man am am Ende ganz gut. Es gibt aber auch viele Fehler, die sind eher wirklich nur bei der Montage zu sehen, ne. Das heißt 'ne Beschädigung an den Dichtflächen außer Toleranz befindliche oder befindlicher Versatz zwischen den einzelnen Flanschblättern. Das sind so eigentlich die, die die Themen, ne, die adressiert werden.
Simone Wilson
Mhm, und was bedeutet das dann konkret für Stillstände, für Sicherheit und Kosten?
Christian Knollmann
Die Auswirkungen sind immens, ne? Wenn man an die Sicherheit denkt, am Ende des Tages, je nachdem um welches Material oder welches Medium es sich handelt, um welchen Druck es sich handelt, Leckagegröße kann 'ne Leckage einer Flanschverbindung wirklich zu den Extremszenarien wie Brand, Explosion führen. Umwelt, Umweltwirkungen sind natürlich selbstredend. Am Ende des Tages, jede ungewollte Leckage ist nicht zulässig, ne? Sollte grundsätzlich immer vermieden werden. Das ist der Sicherheitsaspekt. auf der anderen Seite Kosten, die damit einhergehen, ist selbst wenn eine Leckage, noch bevor man die eigentlichen Gefahrstoffe wieder übernommen hat, auffällt. Das heißt im im Lead Check mit Stickstoff oder mit Luft oder anderen ungefährlichen Medien, ist es trotzdem so, dass das immense Zeit kostet, weil Teilanlagen oder ganze Anlagen müssen wieder außer Betrieb genommen werden, um dann letztlich nachzuarbeiten und das kostet einfach Zeit und damit automatisch auch Geld.
Simone Wilson
Jetzt haben Sie ja gerade so 'n bisschen geschildert, was für Montagefehler man sieht. Davor gibt es natürlich auch noch ganz viele Kriterien, die auf Leckage oder nicht Leckage letztendlich einzahlen. Aber die Montage ist so das letzte Glied dann in der Reihe.
Christian Knollmann
Da kommt alles zusammen, ne? Am Ende des Tages, klar, jede Flanschverbindung wird ausgelegt, wird designt, das Material dafür wird zusammengestellt, aber am Ende des Tages kommt dann alles zusammen, genau in der Montage. Und deshalb ist die Montage auch wirklich kann man sagen, erfolgskritisch, ne, oder auch besonder, also mit einer der wichtigsten Faktoren am Ende, um die Funktionsfähigkeit einer Flanschverbindung sicherzustellen.
Simone Wilson
Und wir sind ja heute auch hier, weil es eine Initiative gab, sich genau mit diesem Thema zu befassen, weil es auch so ist, dass diese Herausforderungen natürlich ganz viele Betreiber kennen und da schien es oder scheint es auch immer noch naheliegend, das Thema einfach ein bisschen Größer zu denken und das haben Sie und andere Unternehmen gemacht. Also, Sie haben sich dann gefragt, ne, warum alleine, wenn es nicht auch gemeinsam geht. Und jetzt schau ich Sie an, Herr Wauben, Sie leiten mit ChemCologne eine regionale Plattform für die Chemieindustrie im Rheinland. Dabei bringen Sie auch Unternehmen zusammen, die normalerweise im Wettbewerb stehen. Und dieses Thema Flanschmontage war ein Thema, das da ganz zentral auch in einem Arbeitskreis diskutiert wurde. Was war der konkrete Anlass für Sie, dieses Thema aufzugreifen und weiter zu treiben?
Daniel Wauben
Also, wir machen bei Camp Cologne in verschiedensten Arbeitskreisen, kümmern wir uns um die Wettbewerbsfähigkeit der Region. Das ist völlig unterschiedlich. Wir haben einen zum Beispiel zum Thema Kommunikation, aber auch sehr technische. Arbeitskreise, wie eben den den Themenkreis oder den Arbeitskreis Flanschmontage, den hatten wir tatsächlich vor vielen Jahren schon mal, dann ist der so ein bisschen eingeschlafen. Und 2023 kam Christian dann auf mich zu und sagte, hier hör mal, wir haben hier bei uns bei Braskem ein Thema, das könnte doch auch ein Thema für viele andere Unternehmen in der Region sein zum Thema Qualitätskontrolle bei Flanschverbindungen. Dann hab ich gesagt, ja klar, super, spiel mir das mal rüber, schreib mir mal ein paar Gedanken dazu auf. Ich geb das ins Netzwerk rein und hör mal nach, wie die anderen Unternehmen darüber denken. Und so hab ich sehr schnell auch ein sehr großes Feedback bekommen, hab gemerkt, so da ist eine kritische Masse, die sich gerne zu dem Thema mal austauschen möchte. Dann haben wir das zum ersten Mal auch bei Brasscam gemacht, waren auch überrascht oder nicht überrascht, aber überwältigt, weil wir circa 30 Unternehmen dann auch an einem Tisch hatten, die zusammen gekommen sind zu dem Thema. Und dann haben wir einfach mal geguckt. uns so uns die Bälle hin und her gespielt und einfach zu dem Thema ausgetauscht und dabei ist herausgekommen, dass es vielleicht Sinn macht, sich regelmäßiger zu treffen. Also andere Arbeitskreise beispielsweise, die haben wir einmal im Quartal, da haben wir uns dann geeinigt, so wir machen das halbjährlich und dieses Thema hat sich dann aus diesem Austausch entwickelt, so dass ein harter Kern dann auch dabei zusammengekommen ist und eben konkret an diesem Thema zusammengearbeitet hat.
Simone Wilson
Mhm, und Wie muss ich mir Ihre Rolle dabei vorstellen beziehungsweise die Rolle der Camp Cologne?
Daniel Wauben
Genau, also es ist vielleicht mal mein persönlicher Hintergrund. Ich bin ausgebildeter oder studierter Wirtschaftsgeograph und hab natürlich von so einem sehr technischen Thema wie Flanschverbindung relativ wenig Ahnung, sag ich mal. Also da bin ich schon auf den Input der Spezialistinnen, Spezialisten in den Unternehmen angewiesen und in dem Fall hat Christian anerkannt, ey, wir sind ja Mitglied bei einer bei bei bei Camp Cologne, warum nutz ich diese Plattform nicht? Also ich ich bin dann tatsächlich derjenige, der Empfänger dieser dieser Inputs und versuche die halt einfach in das Netzwerk reinzugeben, um da mal die Antennen zu sensibilisieren, ob das eben ein branchenübergreifendes Thema oder nicht branchenübergreifendes, sondern unternehmensübergreifendes Thema ist, wo die anderen auch Interesse haben. Also ich bin quasi als oder wir als Camp Cologne sind da die Spinne im Netzwerk, die da versucht, die einzelnen Player zusammenzubringen zu dem Thema. Also der der wirkliche Impetus, der kam dann tatsächlich von einem unserer Mitgliedsunternehmen, was aber auch tatsächlich nicht ungewöhnlich ist, ne?
Simone Wilson
Jetzt noch mal an Sie, Herr Knallmann. Also scheinbar haben Sie einen Schmerz gespürt, der bei Ihnen stärker war als bei vielen anderen, oder Sie haben sich gefragt, mal gucken, wie die anderen dazu stehen. Also, dass Sie über die eigenen Unternehmensgrenzen hinausgedacht, hinausgeschaut haben. Wie kam es dazu?
Christian Knollmann
Das war schlicht und ergreifend das das Interesse an einem Erfahrungsaustausch. Wir waren 'n junges Team, gespickt mit wirklich erfahrenen Leuten, auch bei uns intern, die den Stillstand vorbereitet haben für 2024 und da war der bloße Gedanke, dass man das, was wir uns überlegt haben, einfach noch mal wirklich im Rahmen eines Erfahrungsaustausches mit anderen teilt. Wie ist die Herangehensweise im Hinblick auf die Qualitätssicherung, was wird alles gemacht und genau wie Daniel sagt, letztlich das das Interesse war überwältigend. Ne, wir waren über 30 Unternehmen, die vertreten gewesen sind, ne. selbst unser größter Besprechungsraum, den man noch mal um so einen kleinen Teil erweitern kann, platzte am Ende des Tages aus allen Nähten, ne. Aber man merkte, die die Resonanz war wirklich überwältigend und auch das Interesse, sich diesbezüglich auszutauschen am Ende des Tages und seine Erfahrung zu teilen.
Daniel Wauben
Vielleicht da noch mal einhakend, man darf auch nicht vergessen, wir sind ja in der größten Chemieregion Europas, so nennen wir uns halt immer als Camp Cologne, auch ne, das ist unser Claim und da ist es auch relativ gut oder wenn man mal zurückblickt, 23 war, ne, haben wir uns ja auch schon in einer Krise befunden und ich glaub für die Unternehmen ist es dann einfach zu sagen, ich brauch nur ein paar Kilometer zu fahren und treff mich wirklich auch mit einer geballten Expertise von Kolleginnen und Kollegen und muss eben nicht nach Berlin, Frankfurt oder so reisen. Also den Vorteil, den haben wir bei uns in der Region, dass wir relativ schnell mit relativ wenig Aufwand viele Expertinnen und Experten da zusammenbringen können zu den Themen.
Simone Wilson
Mhm, jetzt noch mal Mit dem Rückweg noch mal gefragt, Sie haben beide gesagt, also die Resonanz war überwältigend. Was glauben Sie, war das, was dazu geführt hat, dass das Thema alle so interessiert hat oder dass Sie gesagt haben, da haben wir wirklich Bedarf?
Christian Knollmann
Ja, ich glaube, alle haben im Prinzip den den Bedarf gesehen und hatten auch wirklich Interesse, sich daran, also darüber auszutauschen, die Erfahrungen zu teilen. Und man hat aber auch relativ schnell gemerkt. Dass 'n wirklich großer gemeinsamer Nenner am Ende des Tages vorhanden ist, dass die die Basis letztlich da ist und auch, dass man den Gedanken dann weiterführt, dass man wirklich auch das Interesse gemerkt hat, ja, lass uns dazu austauschen, lass uns noch mal gucken, welche Themen vielleicht noch relevant sein können, aufbauend auf Qualitätssicherung und Flanschverbindung rund um das Thema Flanschverbindung. Ne, weil wir haben am Ende des Tages dieses halbjährliche Treffen, da werden auch immer wieder Expertenvorträge mittlerweile eingestreut. Rund um das Thema Flansch am Ende des Tages, ne? Und die Initiative war so der Gedanke der ersten Stunde, weil man einfach gemerkt hat, dass im Hinblick auf diese Qualitätssicherung viele Unternehmen wirklich große Aufwendungen betreiben und am Ende des Tages die Unterschiede marginal sind, sodass dann letztlich wirklich 'ne Basis da war, um halt auch eine gemeinsame Sicherheitskultur am Ende des Tages zu schaffen, über Unternehmensgrenzen hinweg. vergleichbar am Ende des Tages, wie das auch die B.G.R.C.I. macht mit Vision Zero, dass man wirklich sagt, die Sicherheit steht im Fokus, das ist das, was uns alle angeht, was nicht diskutabel ist und dass man darauf aufbauend versucht, auch gemeinschaftlich die Sicherheit an allen Anlagen zu erhöhen.
Simone Wilson
Mhm, also Erfahrungsaustausch ist ja das eine. Jetzt ging es aber ja auch darum, konkret auch Standards festzulegen. Da würde mich noch mal interessieren, Ihre Rolle und dann vielleicht auch noch mal nachher Ihre Perspektive, ob das ohne, sag ich mal, eine Plattform wie die Camp Cologne möglich gewesen wäre. Aber zunächst noch mal zu Ihrer Rolle, Herr Bauben.
Daniel Wauben
Also bei uns hatte sich dann über die, ich sag mal, Treffen hinweg so ein harter Kern, ich sag mal, etabliert, die sich detaillierter mit dem Thema auseinandersetzen wollten. Und ich glaub, das war das, das hat sich so gefunden, dass das waren die 4 Unternehmen, die am Ende auch dahinter oder als als Impetus auch dahinter standen. Aber auch immer das im Arbeitskreis haben wir das auch gespiegelt, ne. Also die 4 Unternehmen haben die Ausarbeitung gestartet, selbständig. Also da war in dem Prozess, waren wir als Camp Cologne auch eher im Hintergrund, muss man ehrlich sagen. Also es haben also mit mit Eigeninitiative die 4 Unternehmensvertreter dann startet, auch immer wieder rückspiegelnd in unseren Arbeitskreis und dann am Ende auch da kommen wir vielleicht ja später noch mal drauf, dass das auch kein Closed Shop ist von den Vieren, sondern auch gerne auch Nachahmer, die sich anschließen wollen, finden sollen, ne.
Simone Wilson
Ja, und dann noch mal die Frage, das Thema Plattform, also wäre das ohne eine solche Plattform wie die Camp Cologne gelungen oder?
Christian Knollmann
Nein, also wahrscheinlich nicht, also das war auch im Prinzip gezielt der Gedanke, dass wenn es in irgendeiner Form funktionieren soll, muss es über die Plattform Camp Cologne laufen.
Simone Wilson
Und der Grund dafür, also was sind?
Christian Knollmann
Sicherlich auch viel im Wettbewerb begründet, ne. Das heißt, die verschiedenen Unternehmen stehen oder gegebenenfalls auch nicht, aber im gegenseitigen Wettbewerb und dass man im Prinzip auch 'ne neutrale Plattform damit schafft, ne. Wir haben auch überlegt, wie man das Ganze dann letztlich aufbauen kann, ob man 'n eigenes Zertifizierungssystem oder sowas entwickeln und am Ende des Tages war das letztlich der der effizienteste und auch im Prinzip am Ende wahrscheinlich auch einzig mögliche Weg, ne, dass man dann so über Camp Cologne, das den gemeinsamen Dreh und Angelpunkt hat und sich darüber dann halt auch zusammenfindet.
Simone Wilson
Also das heißt, wenn ich das jetzt richtig deute, gab es auch Vorbehalte von einigen Unternehmen, ob das funktionieren kann.
Christian Knollmann
Vielleicht nicht in technischer Hinsicht, aber im Prinzip die Zusammenarbeit, dass man sich das anguckt, Ne, aber im Prinzip mit den Arbeitskreisen, die Camp Colon bis dato auch schon hatte, hatte man eigentlich wirklich auch super Beispiele aus der Vergangenheit, wie man dann dort zusammenarbeiten kann, wirklich den den Wettbewerb und völlig außen vor lassen kann. Ne, also da finden wirklich nur fachliche Diskussionen statt, nicht mehr und nicht weniger, und dass man da aber auch 'ne Plattform hat, die das auch in der Vergangenheit schon gezeigt hat, dass Arbeitskreise da wirklich auch zu zu Unternehmen. unternehmensübergreifenden, mehr wirtschaftenden ja Initiativen kommen kann.
Simone Wilson
Jetzt hatten sie gerade gesagt, das ist nicht Closed Shop, für mich noch mal zum Verständnis, also 4 Unternehmen aus der Region haben sich engagiert, um einen Standard auf den Weg zu bringen, aber im Arbeitskreis sitzen grundsätzlich mehr Unternehmen.
Daniel Wauben
Ja genau, also im Arbeitskreis sitzen tatsächlich von jedem Unternehmen Vertreterinnen, Vertreter, die bei uns Mitglied sind. Also man muss schon bei Chem Cologne Mitglied sein, um da partizipieren zu können. Wie gesagt, an der Ausarbeitung waren die 4 Unternehmen direkt involviert, was ich aber auch, glaube ich, gut fand, weil ich glaube, wenn wir das jetzt mit 2030 Unternehmen gemacht hätten, dann säßen wir heute nicht hier. Also deswegen ist das meines Erachtens immer ganz gut, wenn man erstmal so einen harten Kern hat und den vielleicht auch nach und nach erweitern kann.
Simone Wilson
Ja, Ich möchte noch mal darauf zurückkommen, Herr Knallmann, Sie hatten gesagt, dass Sie 'n relativ junges Team hatten, ne, als ich gefragt hatte, was dazu geführt hat, dass Sie auch über die Unternehmensgrenzen schauen. Wenn Sie jetzt noch mal zurückblicken, was würden Sie sagen, war für Sie tatsächlich auch der Mehrwert jetzt erstmal für diese konkrete Initiative des gemeinsamen Austauschs und des gemeinsamen Vorgehens?
Christian Knollmann
Einerseits auch sicherlich Bestätigung, ne, dessen, dass man, was wir uns schon überlegt haben, ne, dass das letztlich auch im Einklang ist mit dem, was was andere Unternehmen machen, dass wir zum einen nichts Unzulässiges fordern, weil natürlich Dreh und Angepunkt sind auch unsere Partnerfirmen, die dabei 'ne große Rolle spielen und am Ende des Tages auch so mit den Gedanken, auch mit den vielleicht mit den Befürchtungen, die wir haben, auch im Vorfeld, dass die nicht unberechtigt sind, aber dass die Antworten mit den Maßnahmen, die wir uns überlegt haben, auch die Richtigen sind und dass auch andere Unternehmen das schon praxiserprobt sozusagen gezeigt und geleistet haben.
Simone Wilson
Mhm, jetzt haben sie gerade Partnerunternehmen genannt, die ja auch für 'n Stillstand besonders wichtig sind. Waren die involviert, also haben sie das mit denen gespiegelt oder haben sie erst mal geschaut, dass sie sich auf den harten Kern konzentrieren, also das was betreiberseitig erstmal notwendig ist?
Christian Knollmann
Im Fokus steht natürlich die Betreiberseite. aber am Ende, ich sag mal, spätestens im im Rahmen des des Onboardings oder sogar des des Pre-Onboardings noch, dass man jede Partnerfirma dazu abholen muss, auch zudem, weil die das Mitspielen ist wirklich von von entscheidender Tragweite am Ende des Tages.
Simone Wilson
Mhm, jetzt hatten sie gesagt, von der technischen Seite, ja, das war das eigentlich kein Problem, ich könnt jetzt sagen, ne, da waren wir uns sofort alle einig, aber wie gesagt, bei großen Unternehmen spielen ja auch immer noch ganz andere Themen rein. Wenn Sie da noch mal schauen, was war da so die größte Hürde, aber vielleicht auch, wovon sollte man sich nicht entmutigen lassen, wenn man aus technischer Sicht sagt, das macht Sinn, wie kriege ich jetzt die anderen Hürden sozusagen aus dem Dekorant?
Christian Knollmann
Das ist natürlich, ich sag mal, viel mit Engagement verbunden, aber auch, dass man sich dieser Tatsache bewusst ist und sich wirklich auf das Wesentliche konzentriert. Also, wir haben wirklich darauf geschaut, dass wir die Sicherheit im Fokus haben, der der Mehrwert, der sollte durch zusätzliche Sicherheit sein. Und am Ende des Tages ist es ja auch so, wir fußen auf behördlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen und die werden jetzt dann nochmal durch den praxistauglichen robusten Prozess, den wir implementiert haben, nochmal umgesetzt. Ne, also das heißt nichts, also das was wir machen, fußt letztlich auf den behördlichen und rechtlichen Anforderungen und ist eine Umsetzung dessen.
Simone Wilson
Mhm, war das vielleicht auch etwas, wo Sie unterstützen konnten, dann Herr Wauben, also gerade weil Sie vorhin schon sagten, ne, das Technische, da bin ich raus, aber gerade bei diesen Themen, wo die Verbundunternehmen oder Verband Verbundsunternehmen sind, das Mitgliedsunternehmen bei Ihnen, genau, vielleicht Sorge haben, weil sie miteinander im Wettbewerb stehen, ist das dann auch eine zentrale Rolle von Ihnen?
Daniel Wauben
Ja, also wir schauen ja schon, dass wir Themen behandeln, die wir auch behandeln dürfen. Ne, also wir sind ja kartellrechtlich auch immer sauber. Bei dem, bei dieser technischen Themen, glaube ich, ist die Hemmschwelle da relativ gering. Ne, aber ich, ich glaube einfach, dass es da auch ein gewisses Maß an Eigeninitiative einfach bedarf, ne? Und das haben Michelle, ein der Basell, Ineos und Braskem halt die Unternehmen gezeigt und dann eben auch weitergemacht, ne? Und und ja, also wir, wir sind da Unterstützer, ne? Also das ist das, was wir, was, was, was wir liefern können als Netzwerk, ne.
Simone Wilson
Wegbereiter, aber wir steigen gleich in den Praxisteil auch noch ein. Aber sind Sie denn so ein bisschen überrascht, vielleicht doch, wie schnell das gegangen ist und was dann am Ende rausgekommen ist.
Daniel Wauben
Also ja, tatsächlich, also wir haben schon, Christian hat es ja schon gesagt, an der ein oder anderen Stelle ähnliche Ansätze gehabt, die teils erfolgreich waren, aber teils nicht, ne, gerade wenn es auch so, ich sag mal, um Standardisierung von Zug Zugangskontrollen in Chemiepark Arealen geht, da kommt man auch relativ schnell an Grenzen oder sind wir schon an Grenzen gekommen und hier war relativ, also sehr geräuschlos vor vor allen Dingen, weil ich kam im Prinzip hab den Anfang, die Initiierung ja mitbekommen, wo die 4 Unternehmen ihre Köpfe zusammengesteckt haben und dann ein paar Monate später bin ich im Prinzip nur noch zum Finalisieren dazu gekommen, ne, wo es auch darum die Formulierung des Abschlussdokuments ging. Also ich war im Prinzip nur am Anfang und am Ende dabei und das zwischen war komplett geräuschlos und also das war schon sehr gut und sehr eigeninitiativ. Also da kann man schon sagen, das war Best Practice, was wir an anderen Stellen eben nicht so in der, ja in der Reinheit erlebt haben, ne?
Simone Wilson
Ja, aber das ist doch schön. Also davon kann man vielleicht auch noch mal was lernen, wie wie der Prozess dann an der Stelle auch gelaufen ist. Ja, dann machen wir mal den Sprung in die Praxis, in den Anlagenalltag tauchen wir ein. Also ich hatte das so jetzt für mich identifiziert, dass dieser Schmerz, der da war, eben ein fehlendes gemeinsames und klar definiertes Qualitätsniveau war, das sich auch in die Praxis übersetzen lässt. Ich hab dann gedacht, na ja, also blauäugig könnte ich jetzt fragen, ist das nicht durch die Flanschmontageschulung, hatten Sie ja gerade auch schon gesagt, nach DIN EN 1591 4 bereits abgedeckt, ne, könnte man ja meinen. Aber vielleicht können Sie das für mich noch mal einordnen, also was welchen Rahmen setzt die Norm und was haben Sie darüber hinaus jetzt entwickelt?
Christian Knollmann
Letztlich die die Norm definiert den Mindeststandard am Ende des Tages und wir haben mit dem Prozess, den wir beschrieben haben, den ja auch jedes Unternehmen vorher auch für sich schon definiert hatte, ist das die Umsetzung dessen am Ende des Tages. Das heißt, die Umsetzung der Norm und der rechtlichen Anforderungen, der behördlichen Anforderungen, in den betrieblichen Alltag und in die Praxis.
Simone Wilson
Und wenn Sie mir das an ein paar Beispielen verdeutlichen können, also was genau ist aus diesen Gedanken, die Sie sich gemacht haben, und aus diesen Mindestanforderungen, die Sie ja jetzt definiert haben, wie kann ich mir das genau vorstellen?
Christian Knollmann
Ist ja mal eine Kernvoraussetzung auch aus der VDI 2290 ist der Einsatz von geschultem Personal und das ist im Prinzip das, wo dann die 1591 strich 4 auch ansetzt, dass man im Prinzip ein Zertifikat hat auch, dass wir als Basis nutzen. Also, das heißt, das Zertifikat wird unabhängig von dem, was wir dann im Onboarding zusätzlich machen, ist das Grundvoraussetzung. Das heißt, jeder Monteur oder jede Monteurin muss dieses Zertifikat mitbringen und das ist Das bildet die Basis und das, was wir gemacht haben, ist dann im Prinzip nochmal dafür. Darüber sicherzustellen, über einen theoretischen Test, über einen praktischen Test, dass die Qualifikationen, die wir erwarten und die wir auch für unsere Anlagen benötigen, dass wir mit diesem Theorie und Praxistest auch sicherstellen, dass die vorhanden sind. Das heißt letztlich nochmal wie wie 'ne Art Wirksamkeitstest dessen. was wir auf dem Z oder auf dem Papier über das Zertifikat eigentlich schon bestätigt bekommen haben.
Simone Wilson
Mhm, also als Laie würd ich jetzt sagen, O. K., ich sehe, dass du einen Führerschein hast, aber zeige mir, dass du fahren kannst.
Christian Knollmann
Zum Beispiel, genau.
Simone Wilson
Und darüber hinaus ist es ja so, dass sie aber auch festgelegt haben, oder dass man das jetzt in den Sicherheitspass eintragen kann. Genau, sagen sie dazu vielleicht noch mal etwas.
Christian Knollmann
Das war letztlich für uns. Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir letztlich das dokumentieren, um dann halt auch das für andere Unternehmen zugänglich zu machen. Wir haben dann auch über ein eigenes Zertifikat nachgedacht, wollten dann aber wiederum nicht wieder Gegenstand von möglicher Zertifikatsfälschung sein, wie wir das auch dann im Prinzip bei den klassischen Zertifikaten als Flanschmonteur dann gesehen haben und Letztlich ist es auch schwierig gewesen, das auch umzusetzen in einem eigenen Zertifikat. Also ist es so, dass wir als Best Practice oder auch als als besten Weg dann erachtet haben, dass wir diese diese Qualifikationsüberprüfung dann mit einem Stempel dokumentieren, den wir auch abgesprochen haben, wie das Ganze aussehen soll und auch mit einer Gültigkeit von 5 Jahren dann versehen haben, dass man darauf Bezug nehmen kann, ohne ich sag mal, dass das Ganze noch mal in 'n eigenes Zertifikat zu gießen.
Simone Wilson
Und diese 5 Jahre sind wahrscheinlich in Anlehnung dann an die Norm, weil die Pflanzlontageschulung hat, glaub ich, auch 'ne.
Christian Knollmann
Ja, letztlich etwas, was, was sich dann häufig wiederfindet.
Simone Wilson
Jetzt für mich noch mal zum Verständnis, das findet man ja auch häufig, gerade auch bei Stillstands und Montagethemen, diese Kombination aus Prüfung und Dokumentation. Also Dokumentation ist ja grundsätzlich auch für die Nachverfolgbarkeit der Montage, die Einhaltung der Schritte, wichtig. Warum ist das so? Vielleicht können Sie mir dazu noch mal was sagen.
Christian Knollmann
Also diese Kombination, entscheidend ist ja der, der, ich sag mal, der gesamtheitliche Blick auf das Ganze, ne? Es startet mit dem Onboarding, es startet, ich sag mal, dass man die, die das Vorhandensein des Zertifikats überprüft, dann geht man den nächsten Schritt, indem man sich noch mal wirklich in der theoretischen und praktischen Prüfung der Qualifikation wirklich überzeugt und dann beginnt ja aber auch die Arbeit im Feld und da kommen im Prinzip auch 3 wesentliche Säulen zusammen. Und der Service an sich, das heißt die Montage, dann aber auch das Material, was zur Verfügung gestellt wird und am Ende auch die Werkzeuge, die dafür notwendig sind. Und das Ganze mündet dann im Endeffekt in der in der Flanschen QS, dass man wirklich dann nochmal Qualitätssicherung an der montierten Flanschverbindung sich anschaut und das Ganze dann protokolliert und letztlich ist das ja ein gesamtheitlicher Prozess.
Simone Wilson
Mhm, O. K., Sie hatten vorhin Zertifikat und auch eigenes Zertifikat, da würde mich noch mal interessieren, sind dann auch Vorschläge konkret von Ihnen gekommen, als dieses Thema Zertifikat im Raum stand?
Daniel Wauben
Nee, tatsächlich haben wir es besprochen am Ende, ne, die Vorschläge kamen aus dem eben skizzierten harten Kern, die an dem Thema gearbeitet hat und wir haben das gemeinschaftlich dann entschieden. Aber von mir kam da jetzt keine, ich sag mal, Vorgaben oder dergleichen, weil ich kann das ja auch nicht als, ich sag mal, als, als, als Netzwerker bin ich ja weiter von den Themen weg, als, als die Leute, die, die direkt mit den Themen konfrontiert sind. Und da würd ich Herrn Teufel tun, irgendwas überzustülpen, wovon ich eigentlich viel weniger Verständnis habe als meine Kolleginnen und Kollegen.
Simone Wilson
Auf der anderen Seite ist so eine Außensicht natürlich auch manchmal ganz gut, weil man vielleicht auch weiß, dass Zertifikate oder ein eigenes Zertifikat ins Leben zu rufen ein bisschen schwieriger ist und vielleicht auch Ideen hat, was es für Alternativen geben könnte.
Daniel Wauben
Ja genau, ich glaub aber da sind wir als Campkolon vielleicht jetzt auch um da noch mal so ein Rahmen zu spannen, vielleicht auch nicht die richtige, ich sag mal Initiative oder das richtige Netzwerk, sondern ich glaube, das funktioniert genauso wie wir es gemacht haben, gemeinschaftlich und also wir sind da nicht der der Rahmengeber, sag ich mal, der Prädestinierte, der da, der da, der das eben schafft, sondern von innen heraus einfach das geschehen lässt, sag ich mal.
Simone Wilson
Aber ohne sie wär es nicht möglich gewesen, das haben wir gerade gehört.
Daniel Wauben
Ja, ja, gut, ne, klar, also als Plattform klar, aber als als Rahmengeber da eher nicht.
Simone Wilson
Ich möchte noch mal darauf zurückkommen, sie hatten vorhin auch so 'n bisschen vom Onboarding gesprochen und dass es um Anlagensicherheit letztendlich geht. Jetzt ist für mich so die Frage, also dadurch, dass man das jetzt so gemacht hat, dass unterschiedliche Unternehmen einen gleichen Standard am anderen Unternehmen anerkennen, was ändert sich für Sie dann wirklich in der Praxis?
Christian Knollmann
Wir haben, also ich sag mal so, die Sicherheit, eigentlich schafft man substanziellen Mehrwert für für alle Unternehmen, weil man die Möglichkeit hat, im Rahmen des Onboardings sich mehr auf betriebsspezifische Besonderheiten zu konzentrieren, weil man weiß, dass die die Grundsätze schon vorhanden sind, dass man im Prinzip wirklich den Schwerpunkt dann auf betriebsspezifische Besonderheiten legen kann, die auch wirklich unterweisen kann, nachprüfen kann und dass man von einer Basis ausgehen kann, die dann schon vorhanden ist. Bei denjenigen, die man dann, ich sag mal, vor sich hat, die bei anderen Unternehmen dann geprüft worden sind, ich denke auch für die Partnerfirmen schafft es einen Mehrwert, indem halt auch die Akzeptanz von solchen Onboarding-Veranstaltungen wesentlich erhöht wird, damit dann die einzelnen Monteure und Monteuren am Ende des Tages nicht Alle 23 Wochen das Gleiche hören, sondern im Prinzip dann wirklich nochmal betriebsspezifische Besonderheiten wirklich im Vordergrund stehen, ne? Sodass man dann bei dem jeweiligen Betrieb wirklich optimal starten kann. Und Am Ende ist es auch wirklich, man kann sich sicher sein, dass diejenigen, die man vorsicht hat, auch wirklich das schon mal praxisnah gezeigt haben und das Ganze praxiserprobt ist, letztlich die Qualifikation. Jeder Betrieb hat natürlich eigene Rohrklasten, eigene Drehmomente, aber auch nicht jedes Unternehmen nutzt natürlich alle Formen der Dichtungen, dass man darauf hinweist, aber halt auch, ich sag mal, die Örtlichkeiten näher bringt, ne, auch die Verantwortlichen seitens der der des der Betreiberfirma und die wichtigsten Schnittstellen, aber auch erklärt.
Simone Wilson
Jetzt hatten sie vorhin gesagt, dass sie sich erst mal auf die Betreiberseite fokussiert haben, in der Vorbereitung hab ich so 'n bisschen gedacht, also wenn ich jetzt zu Montagepersonal gehören würde, hätt ich vielleicht Sorge, dass die Latte für mich jetzt höher liegt und ich möglicherweise gar nicht so einfach mehr so ein Montagejob bekomme. Was ändert sich für die Dienstleister oder das die Montagefirmen, das Montagepersonal denn konkret?
Christian Knollmann
Also das, was wir fordern, bildet ja letztlich 1 zu 1 das ab, was sowieso in der Norm und in in den gesetzlichen Anforderungen gefordert wurde. Also wir fordern ja im Grundsatz nicht mehr. Das heißt also, da muss sich eigentlich keiner Sorgen machen. Das heißt, diejenigen, die die Qualifikation mitbringen, die bekommen noch mal am Ende des Tages einen unabhängigen Nachweis dessen, dass sie das auch können, ne, was sie sicherlich wertvoller, attraktiver macht am Ende des Tages. Und Personal, was noch nicht so sattelfest ist, weiß aber auch transparent, wie die Anforderungen sind am Ende des Tages. Also, es ist auch so, dass wir für uns festgelegt haben, dass man durchaus einmal wiederholen darf. Insofern hat man dann halt auch da Klarheit und Transparenz geschaffen. Wie ist dann wirklich die Umsetzung der der rechtlichen Rahmenbedingungen in die betriebliche Praxis und in den Alltag?
Simone Wilson
Also letztendlich hört sich das dann für mich so an, als ist es wirklich ja auch schon eine Qualifikationsmaßnahme für das Montagepersonal.
Christian Knollmann
Wir stellen oder überzeugen uns letztlich. von der Qualifikation, die auf dem Papier nach zugesichert ist und mitgebracht werden soll.
Simone Wilson
Jetzt haben wir gerade gesagt, O. K., es sind 4 Unternehmen, die sich jetzt erstmal auf diesen Standard committed haben, aber letztendlich, wenn Monteure, die bei Ihnen dann gearbeitet haben, in andere Unternehmen gehen, dann beeinflussen sie ja schon auch die Sicherheitsstandards der kompletten Branche letztendlich.
Christian Knollmann
Genau, aber die, die durch die gesetzlichen Normung, der wir alle unterliegen am Ende des Tages, unterliegt auch jedes andere Unternehmen genau diesen Mindestanforderungen. Was wir letztlich gemacht haben, ist dass wir unsere Onboarding-Prozesse im Rahmen des Erfahrungsaustausch auch mit anderen Unternehmen, also es waren auch durchaus wirklich noch noch mehr Unternehmen dabei, die vergleichbare Onboarding-Prozesse haben und auch schon implementiert haben, dass man da für gesorgt hat, dass man da ein gemeinsamen Nenner hat, letztlich, dass man das Ganze, also die Umsetzung gemeinsam gemeinschaftlich interpretiert.
Simone Wilson
Mhm, aber sie hatten ganz am Anfang ja schon auch gesagt, dass das Interesse an diesem Thema sehr hoch war, was ja bedeutet, dass es da Bedarf gibt, also dass die Mindestanforderung richtig und gut ist, aber dass es in der Praxis trotzdem irgendwo so ein Disconnect gibt.
Christian Knollmann
Ja, aus verschiedensten Gründen hat man gemerkt, dass mehr und mehr in Stillständen, dass das Flanschen und Flanschleckagen, weil man möchte, dass das ganz klare Ziel ist, dass 'ne Flanschverbindung nach dem Motto 'First Time Ride' direkt richtig montiert ist und am Ende des Tages auf Dauer technisch dicht ist. verschiedenste äußere Einflüsse, die dazu geführt haben, auch zum Thema Fachkräftemangel, aber auch steigende Anforderungen in den letzten Jahren durch T. H. Luft, auch das letztlich Flansch oder Flansche als diffuse Emissionsquellen mehr und mehr in den Fokus geraten, dass man da oder ins Blickfeld geraten am Ende des Tages, dass man gemerkt hat oder dass der Fokus sich letztlich verschiebt, dass man da wirklich aus berechtigten Sicherheitsgründen, genauso wie auch Kosteneffizienzgründen, da 'n Fokus drauf legt und sehr viel Wert auf die richtige Montage legt.
Simone Wilson
Herr Rauben, jetzt hatten wir vorhin gesagt oder Sie hatten gesagt, die haben sich da selber ausgetauscht, die haben sehr diszipliniert alleine gearbeitet und sie waren nur Wegbereiter. Gab es denn auch Kritikerstimmen, haben Sie da irgendwie was vernommen?
Daniel Wauben
Nee, haben wir überhaupt nicht wahrgenommen. Nee, ganz im Gegenteil. Also, das wurde bislang durchweg positiv begleitet.
Simone Wilson
Und sind in der Zwischenzeit denn schon andere Unternehmen auf Sie zugekommen, vielleicht auch außerhalb jetzt Ihres Clusters, die davon Wind bekommen haben und wissen möchten, was sie da gemacht haben und wie sie es gemacht haben?
Daniel Wauben
Nee, also der Kommunikationsweg war ja folgendermaßen, dass wir das auch erst intern in innerhalb dieses Arbeitskreises kommuniziert haben und dann auch nach extern. Außerhalb des Netzwerks ist tatsächlich noch niemand auf uns zugekommen, aber innerhalb des Netzwerks schon die, die auch Interesse an dem Thema haben und sich vorstellen können, sich der der Standardisierung, so nenn ich es mal, anzuschließen.
Simone Wilson
Mhm, und haben Sie schon 'ne Idee, wie Sie damit umgehen werden? Also jetzt ist wahrscheinlich erstmal Erfahrung sammeln angesagt bei den 4 Unternehmen, aber das andere Unternehmen sich anschließen, gibt es da Ideen, wie man das stemmen könnte?
Daniel Wauben
Genau, das würden wir auch intern wieder machen mit den 4 Unternehmensvertreterinnen, Vertretern, die die das quasi mit entworfen haben, dass man schon das auch eng zusammenführt, so dass man auch wirklich auf auf auf der gleichen, auf dem gleichen Level ist. Ne, also dass wenn jetzt ein 5.6. 7.8. Unternehmen kommt, dass dass die die 4, die den Grundstein gelegt haben, auch die dann wieder abholt und wirklich so mitnimmt, dass das alle wieder auf dem gleichen Standard dann sind. Ne, so so sollte es laufen oder so wird es dann auch laufen.
Simone Wilson
Jetzt vielleicht noch mal an Sie beide gerichtet, aus Ihren jeweiligen unterschiedlichen Perspektiven noch mal so zusammengefasst, die gegenseitige Anerkennung dieser Qualifikation, was bedeutet das für die Region? Das ist ja auch so 'n bisschen Ihr Thema, diese Region stark zu machen, aber auch für die beteiligten Unternehmen. Also, was ist unterm Strich der Mehrwert?
Daniel Wauben
Es ist ja für uns, also für unsere Mitgliedsunternehmen, ist es ja einfach eine Effizienzsteigerung. Ne, man kann über über diesen Zusammenschluss da einfach ein Thema, sag ich mal, standardisieren, wo wo man sagt, da fällt ja ein Stück weit Arbeit weg, was ich mir sparen kann und vielleicht dann woanders wieder drauf satteln kann. Also das ist ja schon, finde ich, dann immer für uns als regionale Vermarktungsinitiative immer ein ein Best Case, ne, wenn wenn wenn sowas läuft und und die Unternehmen sich dadurch einfach ein Stück weit auch selbst helfen können. Klar, das ist jetzt nicht das Basta Thema, das ist uns ja klar, die werden wir wahrscheinlich als Wettbewerber, die unsere Unternehmen ja nun mal sind, so wahrscheinlich nicht im Schulterschluss immer so lösen können, aber eben an so technischen Fragestellungen oder so, die die da kriegen wir das schon ganz gut hin und und finden schon, dass das für alle Beteiligten ja auch einfach ein Mehrwert liefert, ne, der der dazu führt, dass man wieder freie Kapazitäten hat.
Simone Wilson
Für andere Dinge. Würde Ihnen jetzt widersprechen, die Flanschverbindung ist, glaub ich, der Blockbuster.
Christian Knollmann
Wenn nicht für das heutige.
Simone Wilson
Wahrscheinlich auch, aber aus Ihrer Perspektive noch.
Christian Knollmann
Mal, ja, also für uns ist es diese substanzielle Mehrwert an Sicherheit für alle Unternehmen, ne, auch unabhängig, ob man Teil der Initiative ist oder nicht, ne, weil die eingesetzten Partnerfirmen, die arbeiten auch natürlich bei anderen Unternehmen, jetzt auch nicht nur bei Unternehmen der Camp Cologne, sondern dass man dann wirklich sagt, man schafft letztlich eine gemeinsame Sicherheitskultur, ne, die Sicherheit steht im Vordergrund, ne, auch und dass man wirklich sagt, der Anspruch ist der 0 Leckage, jede Leckage zählt, sollte es dazu kommen, wird sie konsequent nachverfolgt, aber die Grundprämisse ist die Vermeidung jeglicher Leckagen, das ist das oberste Ziel. Und.
Simone Wilson
Man muss ja auch sagen, dass dieses Ziel erreichbar ist, es ist ja nicht, dass es ein utopisches Ziel ist.
Christian Knollmann
Absolut auch nachweislich erreichbar ist, das ist so, ja.
Simone Wilson
Und dann schauen wir vielleicht noch mal ein bisschen in die Zukunft. Also, ich denke, dass wir schon sagen können, dass mit dieser Initiative ein erster wichtiger Schritt gemacht ist. Wenn wir jetzt aber nach vorne schauen, ist noch mal so 'n bisschen die Frage, was bedeutet diese Form der Zusammenarbeit eigentlich auch für die Zukunft der Branche? Hier würd ich noch mal aufgreifen, dieses Stichwort Coopetition, das ja auch also heutzutage häufiger verwendet wird, weil ja auch so 'n bisschen die Annahme ist, Dass man es eigentlich nur noch zusammen schafft, wenn Sie in die Zukunft schauen oder wenn Sie schauen, wie das bei Ihnen funktioniert hat, würden Sie das grundsätzlich so bestätigen? Wie sehen Sie das für andere Initiativen, möglicherweise.
Christian Knollmann
Ja, unter unter dem unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit, ne? Es gibt natürlich wirklich noch andere Fälle, wo man Vergleichbares dann anwenden kann, wo man sagen kann, da steht der Sicherheitsgedanke im Vordergrund und dass man hier 'n Weg findet. gemeinsam zusammen zu arbeiten, um Ende des Tages die Sicherheit für alle zu erhöhen. Nichtsdest es ist ja auch in der Vergangenheit, ne, wenn man die Vision Zero sich anguckt, auch beliebtes Beispiel ist auch die die Sicherheitsschulung, die vor einem jeden Werkseintritt notwendig sind. Da sind die überwiegenden Inhalte sind gleich. Das heißt, egal bei welchem Unternehmen der chemischen Industrie man Zugang bekommt, die Weitestgehend, die Anforderungen sind die gleichen. Das das Sicherheitslevel, der Sicherheitsstandard ist der gleiche. Das heißt, man kann sich wirklich sicher sein am Ende des Tages, dass man wohlbehalten das Unternehmen betritt und am Ende des Tages auch wohlbehalten wieder verlässt.
Simone Wilson
Und Sie, Herr Bauth?
Daniel Wauben
Ich glaube, wenn man das Ganze mal generell sieht, ich selbst bin jetzt seit 2009 bei Camcologne dabei, da erlebe ich schon, dass der Austauschbedarf sich kontinuierlich in den letzten Jahren erhöht hat. Hat vielleicht auch damit zu tun, dass wir eine steigende Anzahl an Mitgliedsunternehmen haben, aber ich finde schon, dass zu vielen Themen einfach ein Austauschbedarf, ein steigender Austauschbedarf da ist und den wir auch zunehmend dann gerne bedienen, ne. Also wenn ich die Größe der Arbeitskreise einfach sehe und die Regelmäßigkeit, wie sich getroffen wird, die hat sich schon über, ich sag mal, diese die letzten 1617 Jahre dann schon erhöht, ne. zeigt schon, dass dass dass man als Region auch nach vorne geht oder beziehungsweise als Teil der Region daran arbeiten möchte und vielleicht auch einfach wahrnimmt, dass andere Unternehmen vielleicht auch sinnvolle Dinge tun und es sich lohnt darüber auszutauschen. Ne, also das das findet schon in meiner Wahrnehmung verstärkt statt in den letzten Jahren.
Simone Wilson
Mhm, und Erfolgserlebnisse sind ja auch immer gut dafür, dass man sagen kann, das ist uns da gelungen, lass uns doch mal schauen, ob uns das nicht bei einem anderen Thema auch gelenkt, ne. Also das hilft natürlich besser als wie, wenn was wieder im Sande verläuft. Wenn Sie in die Zukunft schauen, wo sehen Sie die Initiative in 5 Jahren?
Daniel Wauben
Ja, gute Frage, ich hoffe, dass dass dass nicht nur die Initiative, vielleicht auch andere Initiativen daraus erwachsen, weil ich weiß schon von vom Kollegen Antonio Link von der Line del Basel, dass der auch intern darüber gesprochen hat, dass auch ein anderer Kollege aus einem anderen Bereich schon auf mich zugekommen ist und sagt, da ist schon ein Interesse daran, vielleicht sowas mal nach vorne zu bringen. Ja, also vielleicht nicht nur, dass das Thema an sich wächst, sondern einfach auch vielleicht abstrahlt auf andere Themenbereiche, wo man, wo man ähnliche Initiativen starten könnte. Also da, wie gesagt, find ich das immer sehr schön, wenn wenn die Unternehmensvertreter dann auf mich zukommen und wir dann eben der Nährboden oder der, wir hatten es eben gesagt, Wegbereiter sein kann für die Themen dann eben weiter zu spielen. Also das ist für uns immer ja, einfach immer sehr schön zu sehen, dass da engagierte Kolleginnen und Kollegen sind, die da einfach gemeinschaftlich solche Themen voranbringen.
Simone Wilson
Mhm, und vielleicht wird es ja dann doch noch der Blockbuster, wenn es in Deutschland weiter branchenweiter Standard wird, also 5 Jahre.
Christian Knollmann
Das muss man dann sehen, ne, letztlich ob ob Unternehmen Teil der Initiative sind oder nicht, ne, im Prinzip die die Voraussetzung der Vera, wir unterliegen, sind für alle gleich. Und wenn man sich nur ein Beispiel daran nimmt, wie dann die Voraussetzung oder die technischen oder die regulatorischen Rahmenbedingungen dann umgesetzt worden sind in die Praxis und sich darüber eigene Gedanken macht, ob es zum eigenen Unternehmen zu den Prozessen passt oder auch nur Teilelemente oder die Kernelemente rausgenommen werden, ne? Das kann dann ja auch jedes Unternehmen für sich selber bewerten am Ende des Tages, ne? Und wenn es nur im Prinzip auch als Beispiel dient, wie ich sag mal, die regulatorischen Anforderungen am Ende rechtssicher in den Praxisalltag umgesetzt worden sind.
Simone Wilson
In die Zukunft geblickt, würde mich bei Ihnen noch mal ganz konkret interessieren, wir hatten ja so ein bisschen auf andere Unternehmen in Deutschland, dann die Branche geschaut, aber wie sieht das denn innerhalb des Unternehmens aus? Also, wenn Sie sagen, ich guck jetzt 5 Jahre nach vorne, Sie haben ja auch unterschiedliche Standorte, sind international unterwegs. Wie würde sich das skalieren lassen?
Christian Knollmann
Der Erfahrungsaustausch findet natürlich auch statt. Das heißt, genauso wie wir es im Prinzip innerhalb der Region gemacht haben, haben wir es natürlich auch unternehmensintern gemacht, ne? Und das ist 'n Prozess, der auch laufend und ich denke auch bei etlichen Unternehmen etabliert ist, dass man am Ende des Tages auch nach jedem Stillstand 'n Lessons Learned macht und die Ergebnisse auch dann unternehmensweit teilt. dass man dann auch wirklich da die Synergien hebt, weil man muss ja nicht, ich sag mal, zweimal denselben Fehler machen, aber auch auf der anderen Seite, wenn etwas gut läuft, kann man das natürlich auch dann im Prinzip auf diese Möglichkeit oder über diese Möglichkeit unternehmensweit ausrollen, ne, dass man dann wirklich diese, diese Positivbeispiele dann auch wirklich an allen Standorten wiederholt.
Simone Wilson
Sie sind ja jetzt erst im Frühjahr gestartet, wird es eine Review geben, wird es eine Feedbackrunde geben nach einem gewissen Zeitraum, was ist da geplant?
Christian Knollmann
Auf jeden Fall, also wir haben im Prinzip gesagt, dass wir uns innerhalb der Initiative mindestens einmal im Jahr treffen, um letztlich auch das Feedback über das, was wir vereinbart haben, und die Erfahrung dann auch da wieder zu tauschen. Das Ganze wird auch wieder in den Arbeitskreis überführt und da auch gemeinschaftlich diskutiert, insofern, dass man da wirklich das, das ist ein lebender Prozess.
Simone Wilson
Zum Abschluss auch sind Sie beide noch mal gefordert, wenn Sie Anlagenbetreibern aus der Erfahrung mit dem Arbeitskreis Flanschverbindungen eine Empfehlung mitgeben dürften, welche wäre das?
Daniel Wauben
Ja, redet miteinander, ne, was anderes kann ich ja jetzt auch auch schlecht sagen, nachdem was wir jetzt hier in der letzten Dreiviertelstunde besprochen haben. Also ich glaub, das ist das A. und O., einfach da auch mal über die Unternehmensgrenzen hinwegzuschauen. Also das ist, wie hab ich ja eben schon geschildert, ist auch deutlich besser geworden. Ich war am Anfang echt sehr überrascht, als ich 29 gestartet finden, wie wenig das teilweise passiert, ne, zu gewissen Themen, da dachte man eigentlich, ach ja, das, das wissen die ja eh, oder die, die kennen sich untereinander. Ich mein, klar, wenn ich würd mal sagen, bei Braskem und Line der Basel beispielsweise, die ja Tür an Tür, Tür an Tür produzieren, ist das auch so, aber wenn man mal ein paar Kilometer nördlich nach Leverkusen oder so geht, dann sieht das schon wieder anders aus. Und ich glaub, das haben wir schon in den letzten Jahren verbessert und das würde ich auch gerne weiterhin jedem einfach empfehlen oder dafür stehen wir auch bei Camcolon einfach dieses Netzwerken und und und sich zu den gewissen Themen einfach auch miteinander austauschen oder untereinander austauschen.
Christian Knollmann
Und Sie, Herr Knallmann, wobei ich nur noch einen Satz ergänzend dazu sagen muss, dass es natürlich auch essentiell ist, dass man so 'ne Plattform hat, letztlich am Ende des Tages, die die Neutralität wahrt und wo man sich dann im Prinzip auch austauschen kann. Aber wenn ich eine Empfehlung ausspreche, dann ist sicherlich, dass Qualität am Ende des Tages sinnvoll und essentiell ist und auch, dass die Schaffung eines solchen Prozesses die klare Strukturierung, aber auch praxisnahe Orientierung, dass die am Ende des Tages wirklich greifbaren Mehrwert bildet.
Simone Wilson
Ja, ich bin gespannt, wo das hinführt. Also ich bin, freu mich, ich freu mich auf das, was da kommt. Ja, damit kommen wir auch schon zum Ende unseres Gespräches. Herr Knollmann, vielen Dank für Ihre Offenheit, den Einblick in die Praxis und die fachliche Einordnung. Herr Wauben, danke, dass Sie uns gezeigt haben, wie ein Branchennetzwerk dazu beitragen kann, aus einer gemeinsamen Herausforderungen, eine Lösung oder sogar auch einen Standard zu entwickeln. Unser Gespräch zeigt, die Qualifikation von Flanschmonteuren und Monteurinnen bleibt eine unverzichtbare Grundlage für erfolgreiche Turnarounds. Entscheidend ist aber auch, wie diese Qualifikation in der Praxis bewertet, nachgewiesen und über Unternehmensgrenzen hinweg vergleichbar gemacht werden kann. Genau darin liegt aus meiner Sicht die besondere Stärke der Initiative. Mehrere Betreiber haben sich gemeinsam auf Mindestanforderungen verständigt und übernehmen damit auch gemeinsam Verantwortung für sichere Flanschverbindungen. Auch wir bei IDT begleiten diese Entwicklung von der Mitwirkung an Prüfstandards über Kompetenztrainings bis zu digitale Qualitätssicherung im Turnaround. Denn am Ende geht es uns auch um dasselbe Ziel: sichere Anlagen, verlässliche Prozesse und Montagequalität, auf die sich alle Beteiligten verlassen können. Ich sage vielen Dank fürs Zuhören. Bleiben Sie in Verbindung. Bis zum nächsten Mal beim IDT-Podcast für neue Perspektiven und frische Impulse in der Industrie und Dichtungstechnik.